Bildung & Wirtschaft

Unser Arbeitskreis Bildung & Wirtschaft begleitet bildungsnahe Themen mit den verschiedensten Aktivitäten. Wir bieten unter anderen mit unserem Projekt der WJ-Akademie Schülerinnen und Schülern ein praxisnahes Bewerbungstraining. Zudem organisieren wir interne Weiterbildungsseminare und veranstalten das traditionelle Kamingespräch.

Wir treffen uns jeden 1. Mittwoch eines Monats an verschiedenen Orten!

Unsere Themen:

  • WJ-Akademie in Paderborn
  • WJ-Akademie in Höxter
  • Gemeinsame Freizeitgestaltung
  • Vertiefung von Bekanntschaften/Freundschaften
  • Austausch unter Gleichgesinnten
  • Traditionelles Kamingespräch
  • und vieles mehr!

Wir freuen uns über jeden neuen Interessent!
Bei Fragen wendet Euch gern an die AK-Leitung:

Melanie Voß
Email   mvs@reitz-ventilatoren.de

 


Unseren aktuellen Flyer mit weiteren Informationen zur WJ-Akademie finden Sie hier (PDF):

WJ-Akademie-Flyer---Paderborn---2015-Print-1


Pressebericht vom letzten Kamingespräch:

Wirtschaftsjunioren fragten: Wie wichtig ist Kultur für die Bildung?

„Kunst und Kreativität helfen, wenn sonst nichts mehr geht.“

„Bildung ohne Kultur geht gar nicht. Mehr davon täte unserer Gesellschaft gut.“ Darüber waren sich der Paderborner Maler Hyazinth Pakulla und Prof. Dr. Joachim Thalmann, Dozent für Musikvermittlung und Musikmanagement an der Detmolder Musikhochschule, völlig einig. Beim „Kamindinner“ zum Thema „MINT, MINT, MINT – wo bleibt da die Kultur?!“ sprachen die beiden Kultur-Fachleute auf Einladung des Arbeitskreises „Bildung und Wirtschaft“ der Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter im Hotel Petit Galerie über die Technik- und Naturwissenschaftslastigkeit der deutschen Schul- und Ausbildung. 

„Ich bin ein absoluter Verfechter der universalen Bildung und zu der gehört nun mal auch die Kultur“, betonte Pakulla. „Nur mit einer breiten Basis, kann man die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und Probleme kreativ lösen.“ Außerdem sei es für eine Gruppe immer sinnvoll, wenn sich verschiedene Talente gegenseitig ergänzen.

Für Thalmann ist die künstlerische Betätigung, das „zweckfreie Schöne“ eine wertvolle Überlebenshilfe in schwierigen Lebenslagen. „Wer von uns hat nicht schon mal einen biografischen Totalschaden erlebt“, so der frühere Fachjournalist. „Was dann hilft, ist doch nicht eine mathematische Gleichung, sondern Musik, ein Gedicht oder ein Buch.“ Darüber hinaus sei die kreative künstlerische Betätigung in einer Gruppe ein gutes Vehikel für soziales Lernen.

„Ästhetische Fragestellungen werden in der Schule aber leider kaum behandelt“, findet Thalmann. Dabei sei es enorm wichtig, jungen Menschen einen Zugang zur Kultur zu vermitteln, „denn sie können ja noch nicht wissen, dass sie die künstlerisch/kreative Betätigung einmal als Tankstelle brauchen werden. Wir müssen also um die jungen Menschen genauso werben, wie etwa um neue Kunden.“ Seiner Meinung nach habe das Desinteresse an Kultur sehr häufig mit Angst zu tun, „mit dem Gefühl hier irgendwie falsch zu sein“. Die Zugänge zu Kunst und Kultur müssten also direkt an die Lebenswelt der Jugendlichen anknüpfen.

„Kunst ist ja auch viel mehr, als nur ein schönes Bild an der Wand“, betonte Pakulla, der selbst viel mit Schülern arbeitet. „Es geht darum, eine Idee zu entwickeln und sie dann fassbar zu machen.“ Durch konkrete Angebote, beispielsweise an den Schulen, könne man jungen Menschen Impulse geben, Türen öffnen und Talente entdecken. „Für viele Schüler kann so ein Kunstprojekt eine echte Initialzündung sein.“ Speziell Paderborn sei allerdings sehr MINT-lastig, so Pakullas Eindruck. Erfreulich findet er aber, dass das Land NRW die Arbeit freier Künstler an den Schulen fördere. Denn der Bedarf für eine künstlerisch-kreative Förderung von Kindern und Jugendlichen sei seiner Erfahrung nach enorm. „Ich wünsche mir, dass die Stadt hier mehr tut. Schön wäre ein eigenes Gebäude, in der man zum Beispiel eine Kunstschule einrichten könnte.“

„Technik und Naturwissenschaften sind für unsere Volkswirtschaft zwar unerlässlich“, so Thalmann abschließend. „Aber können wir die Drehzahl unserer Gesellschaft wirklich immer weiter erhöhen? Ich denke, mehr kulturelle Betätigung käme unserer stark auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft sehr zugute.“ Zwar sei die Förderung von Schülern im MINT-Bereich für die Wirtschaft sinnvoll und notwendig, resümierte Arbeitskreisleiter Mark Baukmann. „eine zu starke Konzentration auf dieses Thema zu Lasten der Kultur macht jedoch, wie wir heute hier gehört haben, ebenfalls keinen Sinn.“

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Sprachen beim Kamindinner über die Bedeutung von Kunst und Kultur: Hyazinth Pakulla, Mark Baukmann (Leiter des Arbeitskreises „Politik und Wirtschaft“) und Prof. Dr. Joachim Thalmann (v.l.).